Ich habe – mal wieder – von einer Blogparade gelesen, dies mal bei uiuiuiuiuiuiui. Tatsächlich hat er sich bereits beschwert, dass zu Wenige teilnehmen und heey, da bin ich doch dann erst Recht dabei. Worum es geht? Er hat in der U-Bahn aufgeschnappte Sätze online gestellt – 12 an der Zahl – von denen 7 in einer Geschichte verwendet werden sollen.
Bei Tieren bekomme ich immer Muttergefühle. Es sind die kleinen, die ich am meisten liebe. Die, die nicht dazu in der Lage sind, sich um sich selbst zu kümmern. Ich mag es, wie diese kleinen Viecher mit ihren unnatürlich großen Alienaugen zu mir aufschauen, so viel Hoffnung und Vertrauen, was darin glitzert, dass man es kaum wagen kann, ihren Glauben in einen zu erschüttern, aber … Das Pferd muss raus.
Ich wusste es schon damals, als ich es auf der Straße fand. Weiß, mit rosafarbenen weichen Zügeln, hatte ich es gesehen, wie es um eine Straßenlaterne herum lief. Immer wieder zog es seine Kreise und zögernd hatte ich mich ihm genähert – wer weiß, wie lange es schon nichts mehr gegessen hatte und woran sollte man erkennen, ob es gerade nicht vielleicht Hunger auf zufälligerweise ausgerechnet mich hatte – und leise gefragt: „Frau Pferd, fühlen Sie sich nicht wohl?“
Nur kurz hatte sie den Kopf gehoben, wobei ihre helle Mähne schwungvoll zurückflog und antwortete knapp: „Nee, hör mal, eine Katze erträgt das nicht, in der Nähe ihrer eigenen Exkremente zu sein.“, noch immer hielt sie nicht in seinem Treiben inne, zog weiter Kreise um die Straßenlaterne und hielt den Blick mehr oder minder stur auf den Boden gesenkt. „Inwiefern hilft einer Katze, dass Sie die Straßenlaterne umrunden, der sicherlich schon schwindlig ist?“, freundlich lächelte ich sie an, griff mutig in ihre Mähne und versuchte, sie zu stoppen.
„Ey, man, kann man eigentlich 1 durch 3 teilen?!“, wieherte sie aufgebracht und hielt inne, als sie meinen perplexen Gesichtsausdruck bemerkte. „Ob man mal Neune gut sein lassen kann, meinte ich selbstverständlich oder Fünfe gerade. So genau weiß man das ja nie. Eine Katze erträgt ihre Exkremente nicht und ein guter Spaziergang tut der Verdauung gut. Sie müssen wissen, ich ängstige mich vor Katzen, wenn ich also meine Verdauung anrege und einen Apfel fallen lasse und anschließend jede einzelne Katzen glauben mache, dass es ihr Apfel sei, sollte ich einen wirksamen Katzenschutz entwickelt haben, nicht wahr? Nicht wahr?“, rasch begann sie, sich selbst zustimmend, mit dem Kopf zu nicken und unwillkürlich fing auch ich damit an, mit dem Kopf zu wippen.
„Vielleicht sollten Sie sich setzen, Frau Pferd?“, legte ich ihr zögernd nahe, denn meine Verwirrung nahm mit jedem ihrer Worte zu.
„Ich saß bereits, aber irgendwann dachte ich: Nee, entschuldigen Sie, hier kann ich nicht sitzen bleiben, ich stinke zu sehr nach Schweiß und spontan entschloss ich, meinem eigenen Geruch zu entfliehen.“
Das Gespräch erschien mir zunehmend seltsamer und unauffällig blickte ich mich nach jemandem um, der vielleicht wusste, wie mit einem Pferd umzugehen war, dass einen Katzenschutz entwickelte, während es um einen Laternenpfahl lief und unbewusst seine Zeit als Karussellpferd zu verarbeiten schien. „Wichtig ist ja, dass man sich lieb hat und so.“, erklärte ich ihr, denn welches Pferd musste sich schon vor Katzen ängstigen?
„Wieso denken Sie eigentlich, ich sei ein Pferd?“, fragte sie mich auf einmal, ihre warm glänzenden Nüstern weiteten sich vor Neugier und ihr leicht zur Seite geneigter Kopf war fragend auf mich gerichtet.
„Nuuuun …“, begann ich unsicher, nun vollends überfragt. Warum dachte ich eigentlich, sie sei ein Pferd? Vielleicht war sie ja gar keins? „Wollen Sie mich vielleicht auf einen Kaffee begleiten? Ich versichere Ihnen, dass ich keine Katzen in meiner Wohnung beherberge.“
Kokettierend kichernd blieb sie nun endlich stehen, das Klackern ihrer Hufe verstummte und schnaubend stand sie in ihrer ganzen Pracht vor mir.
„Gerne begleite ich Sie.“
Seitdem war sie bei mir. Es war nun einige Wochen her, seit ich sie eingeladen hatte und es erschien selbstverständlich, dass sie bleiben würde, doch ich denke … Ich denke, nach den letzten Wochen bin ich doch nun durchaus in der Lage dazu zu erkennen, wer oder was sie ist. Sie ist ein lebensfroher Mensch, aber sie hat ja auch diesen dunklen Teil, diesen wiehernden Teil, der mich nachts aus meinen Träumen reißt, mir mit nassen Nüstern über die Nase reibt, nach Heu stinkende Äpfel auf dem teuren Parkett meiner Vermieterin hinterlässt und eine seltsame Vorliebe dafür entwickelt hat, meine Zeitung in kleine Stücke zu reißen. Dieser Teil musste verschwinden, es ging nicht anders. Das Pferd muss raus.
[...] und last but not “liest” (muhahaha!) Hannah mit ihrem Blog aheadwork [...]
Haha, nichts anders als eine glorreich-wahnsinnige Geschichte hätte ich von dir bei diesen Vorgaben erwartet :D Einfach nur geil xD
DAnke fürs mitmachen!